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„Neue Studie widerlegt Evolutionstheorie“ titelte jesus.ch vor einigen Monaten und verlinkte dabei sogar auf das Open-Access Wissenschaftsportal PLoS – wohl um die Glaubwürdigkeit des Artikels zu steigern – das Paper, auf das Bezug genommen wird, muss man nähmlich immer noch selbst suchen. Einzig ein paar Namen von Autoren und Instituten geben Hinweise auf die mysteriöse Studie.

Stammt der Mensch doch nicht vom Affen ab?

So beginnt der Artikel – und tatsächlich – wer im Bereich der Evolutionsbiologie nicht bewandert ist, wird durch die Zitate u.A. des Wissenschaftlers Professor Dr. Bernd Schierwater zu der Überzeugung gelangen, dass dieser die Evolutionstheorie insgesamt in Frage stellt:

Unsere aktuellen Analysen zeigen, dass sich die höheren und niederen Tiere offensichtlich parallel entwickelt haben.


Diese sehr überraschende Parallelentwicklung von niederen und höheren Tieren widerspricht einem bisherigen Grundprinzip evolutionsbiologischen Denkens; nämlich, dass sich komplexere Formen graduell aus einfacheren Formen ableiten. Hier müssen wir wohl umdenken.

Wie kann es aber sein, dass Wissenschaftler scheinbar das so offensichtliche, wie auch grundlegende Prinzip der gemeinsamen Abstammung aller Lebensformen umstoßen, ohne dabei eine Revolution oder gar den Zusammenbruch der Evolutionsbiologie auszulösen?

Evolutionsgegner werden sich hier vielleicht in ihren Vorstellungen von dogmatischen und ideologisch verblendeten Wissenschaftlern, oder gar in ihren Verschwörungstheorien bestärkt fühlen. Wer jedoch nicht davor zurückschreckt, sich etwas tiefer in die Materie einzugraben, wird schnell feststellen, wo der Hund begraben liegt.

Schon aus dem Abstract des Papers wird klar, dass es sich mit den kleinsten Repräsentanten des Tierreichs beschäftigt, nähmlich den einfachsten existierenden Mehrzellern – den  Placozoa. Sie bestehen aus einer einzigen Gewebeschicht und gelten deshalb als Vorfahre aller Lebewesen, die aus mehreren Gewebeschichten bestehen. Dabei wurde bisher davon ausgegangen, dass die Triploblasten (Tiere, die sich aus drei essentiellen  Gewebeschichten entwickeln, darunter alle Säugetiere)  von den Diploblasten (Tiere, die sich aus zwei essentiellen  Gewebeschichten entwickeln, wie z.B. Koralllen oder Quallen) abstammten:

Following one of the basic principles in evolutionary biology that complex life forms derive from more primitive ancestors, it has long been believed that the higher animals, the Bilateria, arose from simpler (diploblastic) organisms such as the cnidarians (corals, polyps, and jellyfishes).

Die Forscher stellen jedoch fest, dass sowohl die Diploblasten, wie auch die Triploblasten direkt von den Placozoa abstammen und damit Schwester-Gruppen darstellen. Im riesigen Baum des Lebens wurde damit lediglich eine kleine Änderung direkt an der Wurzel der Metazoa vorgenommen. Fraglos wird diese kleine Änderung große Folgen für die Forschung haben. Aber sie hat keinerlei Auswirkung auf das Prinzip der gemeinsamen Abstammung aller Lebewesen und erst recht nicht auf die Abstammung des Menschen vom Affen.

Aus dem obigen Zitat (wie auch aus dem rest des Papers) wird auch deutlich, dass die Autoren mit „Höhere Tiere“ die Triploblasten und mit „Einfachere Tiere“ die Diploblasten bezeichnen. Eine für Otto Normalverbaucher recht ungewohnte Syntax, und so verwundert es nicht weiter, dass einfache Geister die Worte der Evolutionsbiologen in ihre eigene Gedankenwelt projizieren, in der der Mensch – die Krone der Schöpfung – das am höchsten entwickelte Wesen ist und alle anderen Tiere eine Kette bilden, bis hinunter zu den zweifelsfrei am einfachsten entwickelten Einzellern.

Blasphemie an Menschenrechten

Menschenrechtsverletzung

Nichts regt mich so auf wie Leute, die meinen, mir meine Meinung verbieten zu müssen.

Der UN Menschenrechtsrat beschließt mit 85:50 Stimmen:

Blasphemie ist eine Menschenrechtsverletzung!

Ich gelte also als eine Art Krimineller, wenn ich den Exorzismuspraktiken der westlichen Religionen genauso wenig Respekt entgegenbringe wie irgend einer anderen Menschen-/ Tierquälerei?
Was ist mit Menschenopfernden Riten einiger mitlerweile versprengter Religionen? Soll ich dazu auch gratulieren und meinen tiefsten Respekt gegenüber diesen „schützenswerten“ Metzeleien ausdrücken?

Einige muslimische Mitmenschen ticken ja schon bei Comiczeichnungen und anderen Satiremedien aus. Wieso muss ich einen willkürlichen, als „Religion“ deklarierten Glauben eines anderen Respekt entgegenbringen, währen derjenige selbst für meinen Glauben an die Redefreiheit nichts als Verachtung übrig zu haben scheint?

Die Antwort einer funktionierenden Gesellschaft lautet gegenseitige Toleranz, nicht Respekt. Respekt kann nicht verordnet werden. Jedweder Versuch dazu resultiert in Zensur – der eigendlichen Menschenrechtsverletzung. Gratulation an die UN zu dieser intellektuellen Glanzleistung.

Ganz besonders können wir uns für diesen Geniestreich bei den üblichen Verdächtigen Russland und China bedanken. Dass deren „Interpretation“ von Menschenrechten nicht mehr all zu viel mit dem vorgesehenen Zweck zu tun hat, ist ja bekannt. Dass diese Staaten eine solche Entscheidung trotzdem mit beeinflussen dürfen, macht den Menschenrechtsrat zu einer reinen Farce.

Neuanfang

Was wäre, wenn wir auf einer weißen Leinwand neu anfangen könnten?

Ganz klar: In Zeiten von Rohstoffmangel bauen wir ein dickes, fettes, spritschluckendes Auto, das sich von seinem Design her in keinster Weise von den Vorgängern und der Konkurenz abzuheben vermag.

Why do we keep following the same old deisgn rules?

Die beste Satire schreibt das Leben immer noch selbst.

Beeindruckend und inspirierend.

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